Worum es geht
Warum ich das mache
Diese Seiten sind Teil meines kommunalpolitischen Engagements. Ich sitze nicht am Rechner, weil mir Karten Spaß machen, sondern weil ich es für eine Aufgabe von Politik halte, öffentliche Daten für die Öffentlichkeit brauchbar zu machen.
Wahlergebnisse sind der beste Fall, um das zu zeigen: Sie sind vollständig öffentlich, sie werden mit öffentlichem Geld erhoben, sie interessieren viele Menschen, und sie sind trotzdem für die meisten praktisch nicht zugänglich. Wer wissen will, wie sein Ortsteil gewählt hat und was sich gegenüber der letzten Wahl verändert hat, findet eine Tabelle mit Nummernspalten – oder gar nichts.
Was ich dabei vorgefunden habe
Die amtlichen Ergebnisse liegen in einer Software, die bundesweit rund 3.000 Wahlleitungen einsetzen. Sie erfüllt ihren Zweck – aber sie ist als Anzeige gebaut, nicht als Datenquelle. Konkret heißt das:
- Keine Beschreibung der Schnittstellen. Es gibt keine Dokumentation, kein Verzeichnis, keinen Hinweis darauf, unter welchen Adressen die Daten liegen. Ich habe sie aus dem JavaScript der Anzeige-Anwendung rekonstruiert. Ob das Absicht ist oder nur nie jemanden beschäftigt hat, weiß ich nicht – die Wirkung ist dieselbe.
- Zahlen, die keine Zahlen sind. In den Ergebnisdateien
steht
"31.923"und"26,71 %"– fertig formatierter Text zur Anzeige. Wer damit rechnen will, muss ihn erst wieder auseinandernehmen. - Namen, die fehlen. In den Open-Data-Dateien heißen die
Spalten
D1_3. Welche Partei das ist, steht in einer anderen Datei; wie die Kandidatin heißt, steht in keiner von beiden. Ohne diese zweite Datei ist die erste unlesbar. - Kein Zugriff aus dem Browser. Die Server erlauben keine Abfragen von fremden Seiten aus. Wer die Daten benutzen will, braucht einen eigenen Server dazwischen.
- Keine Lizenz. Auf der Lizenzseite stehen die Lizenzen der verwendeten Programmbibliotheken – zu den Daten selbst steht dort nichts. Wer sie weiterverwenden will, weiß nicht, woran er ist.
- Verzeichnisse gesperrt. Von 38 geprüften Instanzen in Niedersachsen ließ keine einzige erkennen, welche Dateien sie überhaupt anbietet.
- Keine Karten. Die Software kann Wahlbezirke auf einer Karte zeigen. Von 374 niedersächsischen Wahlleitungen mit angelegter Kommunalwahl 2026 haben fünf die dafür nötigen Geometrien hinterlegt. Die Grenzen, die Sie hier auf der Karte sehen, habe ich aus Bundesgeodaten selbst zusammengesetzt.
- Nichts bleibt. Der zuständige öffentlich-rechtliche Sender hat seine Kommunalwahlergebnisse von 2021 gelöscht. Wer heute nachsehen will, wie eine Gemeinde damals gewählt hat, findet dort nichts mehr.
Nichts davon ist böser Wille, und niemand in einer Wahlleitung hat sich das ausgedacht. Es ist das Ergebnis davon, dass niemand die Anforderung gestellt hat.
Was ich mir wünsche
Der Staat muss diese Seiten nicht selbst bauen. Er muss nur die Daten so herausgeben, dass andere es können:
- Rohwerte als Zahlen, nicht als formatierter Text
- Namen von Parteien und Bewerbern in derselben Datei wie ihre Stimmen
- Eine beschriebene Schnittstelle mit einem Verzeichnis dessen, was es gibt
- Eine klare Lizenz – am besten dieselbe wie für andere offene Verwaltungsdaten
- Zugriff aus dem Browser, ohne Umweg über einen eigenen Server
- Bestand über die Wahlperiode hinaus, mit Adressen, die morgen noch gelten
Das ist keine große Forderung. Es ist im Wesentlichen die Entscheidung, die vorhandenen Daten einmal als Datensatz zu denken statt nur als Bildschirmseite.
Was dann möglich wird, sieht man hier: Diese Seiten sind in wenigen Tagen entstanden, mit heutigen Werkzeugen und viel Unterstützung durch KI-Assistenz. Der Aufwand steckte nicht im Bauen, sondern im Herausfinden, wo die Daten liegen und was die Spalten bedeuten. Genau dieser Aufwand ist der, den man sich sparen könnte – und der heute alle abhält, die weniger Zeit haben als ich.
Und im Kreistag
Dafür will ich mich in der Kommunalpolitik einsetzen: dass der Landkreis und seine Gemeinden ihre Daten nicht nur veröffentlichen, sondern benutzbar veröffentlichen. Wahlergebnisse sind dabei nur der Anfang – dasselbe gilt für Haushalte, Ratsbeschlüsse, Bauleitplanung, Nahverkehr.
Der Gewinn ist nicht die Technik, sondern was daraus folgt: Transparenz, die nicht bei einer PDF-Datei aufhört, und Erklärungen auf der Ebene, auf der Menschen tatsächlich leben – im Ortsteil, im Wahlbezirk, an ihrem Wahllokal. Wer sehen kann, wie im eigenen Dorf abgestimmt wurde, versteht Kommunalpolitik anders als über eine Kreiszahl.
Wenn Sie das ähnlich sehen oder Anmerkungen haben: Die Adresse steht im Impressum.